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Catering für den Hort auswählen und kindgerecht steuern

Portionierte Mittagessen mit Gemüse, Bohnen und Püree in Menüschalen

Ein guter Caterer für den Hort liefert ein Mittagessen nach dem DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen, kennzeichnet Allergene sauber und lässt sich über einen klaren Vertrag steuern. Den passenden Anbieter finden Sie mit einer konkreten Leistungsbeschreibung, einem Probeessen mit Kindern und festen Kriterien. Den Alltag rund um Essenszeiten, Ferien und Abrechnung beschreiben die Beiträge Mittagessen im Hort und Verpflegungslösung für den Hort.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung zu Vergabe- oder Lebensmittelrecht. Die Ausschreibungspflicht Ihres Trägers klären Sie mit dem Träger, der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Ihres Landes oder einer Rechtsberatung.

Vier Verpflegungssysteme im Vergleich

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) beschreibt auf schuleplusessen.de vier übliche Systeme, laut DGE ist im Prinzip mit allen gute Qualität möglich, wenn die Rahmenbedingungen beachtet werden.

SystemSo funktioniert esStärkeSchwäche
Mischküche (Cook & Serve)Kochen vor Ort kurz vor dem EssenWarmhaltezeit höchstens 30 Minuten, flexibel bei AllergienHöchste Investitions- und Personalkosten, bei wenigen Essen unwirtschaftlich
Warmverpflegung (Cook & Hold)Zentralküche liefert warm in WarmhalteboxenGeringster Bedarf an Raum, Ausstattung und PersonalLange Warmhaltezeiten kosten Vitamine und Geschmack
Cook & ChillGekocht, schnell gekühlt, vor Ort regeneriertKurze Warmhaltezeiten, flexible MengenTeurer als Rohware, Kühlraum nötig
Cook & FreezeTiefgekühlt, vor Ort erhitztLange haltbar, Regenerieren unabhängig von der AusgabeTeurer als Rohware, Risiko der Geschmacksermüdung

In der Praxis überwiegt die Warmverpflegung, beim Schulessen mit 77 Prozent (KuPS-Trägerbefragung 2017/18). Kleinen Schulen empfehlen die Studienautoren, über einen Verbund mit benachbarten Schulen oder Kitas nachzudenken, denn die Mischküche hält bei den Kosten erst ab etwa 300 Essen mit (Bundeszentrum für Kita- und Schulverpflegung).

Der DGE-Standard als Maßstab

Aktuell ist der DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen in der 5. Auflage, 2. korrigierter und aktualisierter Nachdruck von 2023. Er richtet sich an Schulen und nennt Horte in seinem Geltungsbereich nicht, der Kita-Standard gilt für Kinder unter 7 Jahren. Für Grundschulkinder im Hort ist der Schulstandard deshalb der naheliegende Maßstab, die Vernetzungsstelle Brandenburg beschreibt ihn ausdrücklich als Leitfaden für Schulen und Horte. Kernanforderungen an das Mittagessen:

  • Der Speiseplan wiederholt sich frühestens nach 4 Wochen.
  • An 5 Verpflegungstagen: täglich Gemüse oder Salat, davon mindestens 2 Mal Rohkost, und täglich Getreide oder Kartoffeln, mindestens 1 Mal Vollkorn. Fleisch oder Wurst höchstens 1 Mal, Fisch 1 Mal.
  • Täglich gibt es ein ovo-lacto-vegetarisches Angebot.
  • Frittiertes oder Paniertes höchstens 4 Mal in 20 Verpflegungstagen.
  • Vom Ende des Garens bis zum letzten Kind höchstens 3 Stunden Heißhaltezeit bei mindestens 60 °C, die zugrunde liegende DIN-Norm empfiehlt in der Praxis 65 °C.

Verbindlich ist der Standard laut Bundeszentrum für die Schulverpflegung in Berlin, Bremen, Hamburg, dem Saarland und Thüringen. Für Ihren Caterer gilt er, sobald er konkret im Vertrag steht.

Die Leistungsbeschreibung kommt zuerst

Die DGE rät, rund 70 Prozent des Aufwands in die Vorbereitung zu stecken. Den DGE-Standard nur pauschal zu fordern, hält sie für nicht zielführend. Schreiben Sie die Anforderungen konkret auf: Menüzyklus, Allergenkennzeichnung, Warmhaltezeit und Temperaturen, Abbestellfristen, Zufriedenheitsbefragung. Als Nachweise eignen sich Speisepläne, ein Auszug aus dem HACCP-Konzept oder ein Allergenkonzept.

Kommunen sind öffentliche Auftraggeber (§ 99 GWB), Schulträger müssen den Auftrag laut Bundeszentrum ausschreiben. Der EU-Schwellenwert für klassische Liefer- und Dienstleistungsaufträge öffentlicher Auftraggeber liegt seit 01.01.2026 bei 216.000 € netto (Bundesamt für Soziale Sicherung). Bei freien Trägern hängt die Pflicht zur Ausschreibung unter anderem davon ab, ob sie überwiegend öffentlich finanziert werden.

Probeessen mit Kindern

Speiseplan, Versorgungskonzept, Preiskalkulation und Probeessen sind laut KuPS-Abschlussbericht klassische Kriterien bei der Auswahl. Lassen Sie Kinder mitessen und bewerten, etwa mit einem Smiley-Bogen, und prüfen Sie Ausgabetemperatur, Gemüseanteil und Kennzeichnung. Damit der Preis nicht allein entscheidet, gewichten Sie die Kriterien vorher. Ein Beispiel aus dem Vergabe-Wegweiser des bayerischen Landwirtschaftsministeriums (März 2026): Preis 30 Prozent, Warmhaltezeit 40 Prozent, Anteil ökologischer Produkte 30 Prozent.

Allergene nach LMIV kennzeichnen

Auch bei unverpacktem Essen müssen die 14 Hauptallergene aus Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) angegeben werden (BMLEH). Nach § 4 LMIDV geht das schriftlich, etwa im Speiseplan oder per Aushang, oder mündlich, wenn eine schriftliche oder elektronische Aufzeichnung vorliegt und darauf hingewiesen wird. Im Speiseplan sind Fußnoten laut Verbraucherzentrale die gängige Praxis. In Hortino stehen Allergien und Ernährungshinweise im Kinderprofil, das Team kann bei der Ausgabe nachschlagen.

Preise pro Mahlzeit einordnen

Vergleichswerte aus veröffentlichten Erhebungen (Stand der Quellen: Oktober 2026):

  • Sachsen-Anhalt: Ein Schulmittagessen wurde im November 2024 für durchschnittlich 4,05 € abgegeben (Befragung vom November 2024, Bachelorarbeit an der Hochschule Anhalt, begleitet von der Vernetzungsstelle Sachsen-Anhalt).
  • Brandenburg: Eltern zahlten 2023 im Schnitt 3,72 € (Vernetzungsstelle Brandenburg).
  • Berlin: Die Bezirke vergeben das Schulessen zu einem einheitlichen Festpreis von 4,64 € inklusive 7 Prozent Umsatzsteuer, gültig seit 01.01.2026, für die Mischküche gilt ein anderer Preis (Vernetzungsstelle Berlin).

In der KuPS-Befragung 2017/18 deckten die durchschnittlichen Verkaufspreise die Kosten von Träger und Anbieter nicht (schuleplusessen.de). Ein auffällig günstiges Angebot verdient deshalb einen zweiten Blick.

Diese Punkte gehören in den Vertrag

  • Laufzeit: Laut bayerischem Wegweiser bewährt sich eine Grundlaufzeit von zwei oder drei Jahren mit Verlängerungsoption, die Vernetzungsstelle Thüringen hält drei Jahre für ausreichend.
  • Preisanpassung: Falls vereinbart, laut Vernetzungsstelle Thüringen beidseitig und an Indizes wie Lebensmittelpreise, Personal- und Energiekosten gebunden.
  • Bestellung und Abbestellung: Feste Fristen, der Berliner Mustervertrag etwa erlaubt Abbestellungen bis 18 Uhr am Vortag.
  • Kontrollrechte: Im Berliner Mustervertrag etwa Proben, Verkosten, Einsicht in Temperaturprotokolle und zwei Werktage Antwortfrist bei Mängelanzeigen.

Qualität laufend prüfen

Der DGE-Standard nennt als Möglichkeit einen Verpflegungsausschuss, in dem sich Träger, Leitung, Kinder, Eltern, pädagogisches Personal und Caterer regelmäßig treffen, und regelmäßige Rückmeldungen per Fragebogen, Briefkasten oder Smiley-System. Messen Sie außerdem die Tellerreste getrennt nach Komponenten und geben Sie die Ergebnisse an den Caterer weiter. Die Sicht der Offenen Ganztagsschule zeigt der Beitrag zur Mittagsverpflegung in der OGS.

Häufige Fragen

Welcher Qualitätsstandard gilt für das Essen im Hort?

Der naheliegende Maßstab ist der DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen (5. Auflage, Nachdruck 2023). Für Ihren Caterer verbindlich wird er über den Vertrag.

Was kostet ein Mittagessen vom Caterer?

In Sachsen-Anhalt im Schnitt 4,05 € laut einer Befragung vom November 2024. In Berlin vergeben die Bezirke das Schulessen seit Januar 2026 zu einem Festpreis von 4,64 €.

Wie muss ein Caterer Allergene kennzeichnen?

Die 14 Hauptallergene nach LMIV, schriftlich etwa als Fußnoten im Speiseplan oder mündlich mit schriftlicher Dokumentation.

Muss ein Hort das Catering ausschreiben?

Kommunen sind öffentliche Auftraggeber und an das Vergaberecht gebunden. Bei freien Trägern hängt es unter anderem von der öffentlichen Finanzierung ab.